Q&A: Hilfe bitte zur Interpretation eines Gedichtes?
Donnerstag, 30. Juni 2011 0:13
Frage von ℒℴѵℯ.: Hilfe bitte zur Interpretation eines Gedichtes?
Ich muss ganz dringend zwei Gedichte vergleichen und zwar “Das Rosenband” von Friedrich Gottlieb Klopstock mit dem Gedicht “Mit einem gemaltem Band” von Goethe.
Hier könnt ihr sie lesen, ich brauche wirklich nur ein paar Tipps wie man Gedichte so vergleicht, wo die unterschiede zwischen den beiden bestehen.
Bitte, bitte Hilfe!
Die beste Antwort bekommt natürlich 10 Punkte…
Das Rosenband
Im Frühlingsschatten fand ich sie.
Da band ich sie mit Rosenbändern.
Sie fühlt’ es nicht und schlummerte.
Ich sah sie an; mein Leben hing
Mit diesem Blick an ihrem Leben.
Ich fühlt’ es wohl und wußt’ es nicht.
Doch lispelt’ ich ihr sprachlos zu
Und rauschte mit den Rosenbändern.
Da wachte sie vom Schlummer auf.
Sie sah mich an; ihr Leben hing
Mit diesem Blick an meinem Leben.
Und um uns ward Elysium.
Mit einem gemalten Band
Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute junge Frühlingsgötter
Tändelnd auf ein luftig Band.
Zephyr, nimm’s auf deine Flügel,
Schling’s um meiner Liebsten Kleid!
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit,
Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung.
Einen Blick, geliebtes Leben!
Und ich bin belohnt genung.
Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband!
Danke im Voraus!
P.S. Bin keine Deutsche und lebe nicht in Deutschland
Beste Antwort:
Answer by Sonadora
Hier mal ein paar Dinge, die mir so bisher aufgefallen sind – vielleicht kannst du ja was damit anfangen (der Einfachheit halber spreche ich von Gedicht 1 und 2):
Die Form der Gedichte ist sehr unterschiedlich – 1 hat keinen Reim und nur 2 Strophen, in denen sich bestimmte Worte am Ende des Verses wiederholen. 2 hingegen ist typisch lyrisch aufgebaut, so z.B. durch das verwendete Reimschema und die Anzahl der Verse. Unterschiedlich ist zudem, dass in Gedicht 1 die e-Endung oft weggelassen wurde (was sehr typisch für Klopstock war), Gedicht 2 lässt nur Buchstaben in Verbindung mit dem s aus.
Inhaltlich sind mir direkt die Worte “Elysium” und “Zephyr” ins Auge gesprungen. Beide griechischer Herkunft und mit mythologischem Sinn. Da musst du einmal schauen, was du darüber findest, ob sich da Gemeinsamkeiten oder Unterschiede finden lassen.
Außerdem würde ich einmal einen Blick auf die Epochen werfen (wenn ich mich nicht irre bzw. auch beim kurzen recherchieren per google das richtige überflog, müsste 1 der Aufklärung und 2 dem Sturm und Drang zuzuordnen sein).
Dann ist selbstverständlich das jeweilige Band zu betrachten, welche Wirkung und Bedeutung es jeweils im Gedicht einnimmt.
Was ich jetzt noch sagen würde, ist, dass die Stimmung in Gedicht 1 eher gediegen ist, träumerisch, glücklich und so, als wäre jemand nun am Ziel (was sich mit dem griechischen Wort decken würde) und in Gedicht 2 hingegen eher euphorisch, aufgeweckt, aufgeregt und etwas entgegen fiebernd. Das ist aber subjektiv, muss ja nicht heißen, dass du das auch so siehst.
Das wäre so Ansatzpunkte, die ich als erste aufgreifen würde. Da ich aber keins der beiden bisher interpretiert habe, liegt es dann im weiteren Verlauf an dir, was du als relevant erachtest und was nicht.
Hier noch ein Link zu einer Antwort, die ich einer anderen Fragestellerin einmal gab, als sie fragte, wie man ein Gedicht interpretiert – vielleicht kannst du damit ja auch noch etwas anfangen.
http://de.answers.yahoo.com/question/index;_ylt=AueUuQomrfe.k3WaHFYMvW4ICgx.;_ylv=3?qid=20100116122526AAhdI19&show=7#profile-info-fJ5i0Dixaa
Viel Erfolg
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Thema: Munterkeit | Kommentare (0) | Autor: munterkeit




